earthview.at ©

Malediven - Unterwasser & El Niño

Malediven – Unterwasserwelt & El Niño

by admin on Nov.07, 2009, under Malediven - Unterwasser & El Niño

Ich muss schon zugeben, das erste mal unter Wasser war ein prägendes Erlebnis. Auch wenn sich das Wort Schnorcheln so banal anhört, sterben jedes Jahr etliche Urlauber beim Schnorcheln auf den Malediven.

underwater maldives kj

Schorcheln ist ein ganz normaler Breitensport, da für jeden etwas dabei ist. Jeder der schwimmen kann, kann auch schnorcheln. Es gibt keine Altersbegrenzung.  Anfänglich reicht es schon, wenn man sich eine Taucherbrille aufsetzt und mal einen ungetrübten Blick unter Wasser hat. Wer noch einen Schnorchel dabei hat, kann minutenlang mit dem Kopf unter Wasser bleiben und sich alles genau anschauen. Es gibt immer etwas zu sehen und wenn es nur die anderen Badegäste sind. Die ersten “Schnorchelgängen” sollten in Strandnähe stattfinden und man sollte im Wasser noch stehen können. So kann ohne Probleme probiert werden, wie alles am besten passt, sitzt und funktioniert. Sollte sich die Taucherbrille zu schnell mit Wasser füllen, kann man diese stehend wieder leeren. Schwimmend gehört schon etwas Geschick und Kraft dazu. Auch das eine oder andere Verschlucken ist Stehend schnell zu korrigieren. Schwimmend kann das schon anstrengender werden.  Das Fotografieren Unterwasser ist sowieso ein Erlebnis, und es ist gar nicht so einfach!! Die richtige Schnorchelausrüstung sollte natürlich auch nicht fehlen – wir wurden bei Intersport fündig.

Schnorcheln ist das Schwimmen und Tauchen ohne ein Atemgerät. Das Schnorcheln wird in warmen Gewässern in der Regel mit einer ABC-Ausrüstung praktiziert.
Die persönlich am besten geeignete Tauchermaske ist schwer zu finden, sofern diese bezahlbar sein soll. Da hilft es nur, so viele wie möglich in Sportläden zu probieren. Hierbei die Maske aufsetzen und ein wenig Unterdruck in der Brille durch Einatmen der Luft durch die Nase erzeugen. Die Maske sollte auch bei sehr wenig Unterdruck alleine im Gesicht halten. Hierbei sollte diese nicht unangenehm drücken, denn man hat die Tauchermaske mitunter mehr als eine Stunde auf. Die muss einfach sitzen!!! Wenn die Maske doch irgendwo Luft zieht und deshalb nicht hält, dann liegt das entweder daran, dass diese falsch aufgesetzt ist, euer Schnurrbart zu kräftig ist oder einfach nicht zu eurer Gesichtsform passt. Natürlich liegt es auch an der Gummimischung der Maske. Eine schön weiche Silikon-Gummimischung schmiegt sich besser an der Haut an als eine olle, harte Gummimischung. Die Schnorchel unterscheiden sich nicht besonders stark. Hauptunterschiede sind die Qualität des Mundstücks, Anzahl der Auslassventile, Bauart des oberen Ende des Schnorchels.
Beim Kauf eines Schnorchels sollte man darauf achten, das dass Mundstück schön weich ist und nicht übermäßig groß. Ein Schnorchel sollte mindestens ein Auslassventil nach unten haben, dadurch wird es wesentlich erleichtert, dass Wasser im Schnorchel rauszubringen. Bei der Bauart des oberen Ende des Schnorchels ist Vorsicht geraten. Systeme die komplett schließen können, sind sehr gefährlich, da diese bei Fehlfunktionen unpassend die Luftzufuhr beenden können. Besser sind Systeme mit einfachen Wellenschutz. Diese haben oben einen 180-Grad-Knick und verhindern das einfache Eindingen von Wasser von oben. Wobei das sogenannte Wasserausblasen auch nicht gerade mein Ding ist.

unterwasser2 unterwasser3

-

-

-

-

-

Die wohl wichtigsten Unterwasserlebewesen für die Malediven sind die arten- und formenreichen riffbauenden Steinkorallen , denn ihrer Fähigkeit dem Meerwasser Mineralien zu entziehen und Kalk abzuscheiden verdanken die Malediven ihre Existenz. Etwa 200 verschiedene Arten dieser Nesseltiere haben die Riffe der Malediven gebildet. Der Polyp der Steinkoralle (als Einzelindividuum) ist nur Millimeter groß und lebt sein ganzes Leben in seinem Kalkkelch. Er ernährt sich vom Zooplankton des Meerwassers wobei die Nahrungsaufnahme, wegen der vielen Fressfeinde, meist nur nachts zu beobachten ist. Eine besondere Beziehung haben sie zu ihren symbiotischen Mitbewohnern den Zooxantellen. Diese einzelligen Algen leben im Gewebe der Korallenpolypen und entfernen durch die Photosynthese das Kohlendioxid in seinem inneren. Der Polyp kann dadurch überhaupt erst Kalk absondern und das eindrucksvolle Bauwerk Korallenriff entstehen lassen. Das Wachstum der Koralle kann  2-10 cm jährlich betragen, wobei dies stark von den natürlichen Gegebenheiten sowie der jeweiligen Korallenart abhängt. Neben den riffbildenden Steinkorallen gibt es noch die Kalkrotalgen. Diese Riffbewohner benötigen erstaunlich wenig Sonnenlicht und können auch an dunkleren Stellen wie Vorsprüngen und Überhängen noch überleben. Aber auch Schwämme, Horn- und Weichkorallen, Seefedern, Haar-und Schlangensterne sowie Lederkorallen und viele Niedere Tiere die nicht unmittelbar aber doch wesentlich zum gedeihen des Riffes beitragen, bilden den Lebensraum Riff. Bleiben wir einen Moment beim Riff bzw. der Riffkante, man schwimmt im warmen seichten Ozean richtung Riffkante. Je näher man sich dieser Kante nähert spürt man bereits das dass warme Wasser langsam aber doch kälter wird, man kann er kaum erwarten endlich diese Riffkante zu erreichen. Nicht nur das dass Wasser kälter wird beginnt nun die Strömung. Endlich an der Kante angelangt, man guckt und kann es kaum glauben – es erinnert an Berge die unter Wasser stehen. Ich gebe  zu das es doch etwas unheimlich war, wir haben dann unseren ersten Tripp auf Fihalhohi abgerochen, weil Babsis Magen rebellierte, und ihr ziemlich schlecht wurde. Ausserdem kommt dann noch die Geschichte mit meinen Nebenhöhlen dazu – chronische Sinus paranasales machen es auch nicht gerade leichter, vorallem in den Wintermonaten. Da fällt mir gleich wieder die Polypengeschichte im KFJ im  Jahr 2008 ein, da hab ich mir ambulant einen Polypen aus der Nebenhöhle entfernen lassen – ein Indianer kennt ja keinen Schmerz. Mein Auto hab ich danach gerade noch gefunden aber als ich dann daheim war stand ich kurz vor dem Zusammenbruch. Den entfernten Polypen haben sie sogar Fotografiert, ich verschone euch aber damit…

fiha riffkante

Die eng ineinander verzweigten Korallenäste an der Riffkante bilden hier viele kleine Höhlen und Nischen die den unterschiedlichsten Tieren Unterschlupf gewähren. Oft finden sich hier die hübschen Kaurischnecken, Lobster und die witzigen Kofferfische, aber auch Kraken kann man hier bei einem Sonnenbad überraschen. Diese Tiere sind Meister der Tarnung und wer ihre Fähigkeit, Form und Farbe in Sekundenschnelle zu wechseln mal erlebt hat, wird dies sicher bestätigen. Hier trifft man auch häufig den bis zu 2 Meter großen Weispitzenhai. Aber auch die riesigen Füsselierschwärme und die Napoleonfische mit ihren rollenden Augen halten sich hier gerne auf. In größeren Tiefen und besonders in den strömungsreichen Gewässern der Riffkanäle sieht man die großen Schwarzflossen und Grauhaie. Mantas und Walhaie sieht man dagegen eher seltener. Im freien Meer vor den Atollen trifft man auf die von Fischern sehr begehrten Bonitos, Makrelen, großen Thunfische und Marlins. Hier kann man auch Delphine und mit etwas Glück  sogar Wale sehen.

wal

Noch ein paar kurze Worte zum Verhalten in diesem Korallengarten:
Bitte versucht so wenig wie möglich, wenn überhaupt, anzufassen. Erkundigt euch in der Tauchbasis über die typischen Strömungen am Hausriff um keine bösen Überraschungen zu erleben. Sicher sind auch hier und da leere Schneckengehäuse zu finden die zum mitnehmen verlocken, aber versetzt euch in den kleinen Einsiedler, dem seine jetzige Wohnung zu klein geworden ist, eine neue Bleibe braucht, und diese dann auch finden muss, ausser der Paiper ist gerade auf den Malediven, denn der schaut darauf dass die Krebse neue passende gehäuse bekommen. Vermeidet wo immer möglich das aufwirbeln von Sedimenten, die Korallenpolypen werden´s euch danken. Wir wollen hier auf keinen Fall jemanden bevormunden, aber bedenkt bitte immer wir sind nur Gäste im Riff.

Mal sehen ob wir uns zu Weihnachten 2009 mit der neuen Canon D10 auf Meedhupparu ein paar gute Schnappschüsse gelingen….

Ein paar Unterwasserbilder findet ihr wenn ihr den Stern klickt.stern

-

Für die Taucher und der Auflistung der besten Tauchspots der Malediven gehts hier lang.

-

*****

-

El Nino oder “Coral bleaching”

Bei einem El Niño-Ereignis erwärmt sich stellenweise die Meeresoberfläche im tropischen Pazifik um bis zu 5°-6° C, was für das ohnehin labile Ökosystem Korallenriff verheerend ist. Besonders während des starken El Niño-Ereignisses 1997/98 fand die wohl bisher größte Massenbleiche von Korallen weltweit statt. Zuerst ging man von einer lokalen Erscheinung im polynesischen Tuamotu-Atoll aus. Doch die Korallenbleiche breitete sich wie eine Seuche auf der ganzen Welt aus. Am Ende waren 70 Prozent der Malediven-Riffe, 75 Prozent der Seychellen-Riffe und die kenianischen Korallenriffe sogar zu 80 Prozent geschädigt. Nach dem El Niño-Ereignis 1997/98 meldeten 32 Staaten und Inselnationen im Pazifischen und Indischen Ozean, im Roten Meer, dem Persischen Golf und in der Karibik solche Korallenbleichen. Weltweit wurde ungefähr ein Sechstel aller Korallenriffe in nur neun Monaten zerstört. Während einige der beschädigten Riffe gute Chancen haben sich langsam wieder zu erholen, wird die Hälfte der Riffe es vermutlich nicht mehr schaffen. Weltweit gelten heute schon 27 Prozent aller Riffe als zerstört und es wird wohl oder übel rasant weitergehen. Mit einem Wort die Malediven haben immer weniger zu bieten, werden aber doch von jahr zu jahr teurer…

bleaching

Obwohl man schon 1726 erstmals El Nino registrierte, wird bis heute noch nicht vollständig verstanden, warum es ca. alle drei bis acht Jahre zu einer solchen Erwärmung des Meerwassers im Ostpazifik kommt. Eine aktuelle Studie zeigt hingegen, dass El-Nino-Ereignisse, insbesondere große Ereignisse, genauer als bisher angenommen voraussagbar sein könnten. Von 1982 bis 1983 und 1997 war El Nino stark und ungewöhnlich ausgeprägt. Die Wassertemperatur lag 6 Grad Celsius über der normalen Durchschnittstemperatur, so dass ein Überschuss an Wärmeenergie in die Atmosphäre abgegeben wurde. Seit Ende 2006 wird auf Satellitenbildern erneut dieses Phänomen deutlich.

ninjo

ninjo

end of Page – return to Home

© Kurt Jantz


Kommentare deaktiviert more...