Malediven - Die Schattenseiten
Malediven – Die Schattenseiten
by admin on Okt.11, 2009, under Malediven - Die Schattenseiten
Nun zu den Schattenseiten der Malediven oder was nicht in der Zeitung steht….

An einem Montag im Paradies, es ist wie immer sehr heiß und feucht….
Hier lebt ein Drittel des Volks in einer einzigen Stadt, ein Geschwür aus Pflaster und Beton, 100.000 Menschen auf zwei Quadratkilometern, Male die Insel, überbucht und ungezogen. Alles hier ist eine Insel, der Flughafen, das Öllager, das Gefängnis, die Urlaubsnester der Fremden, die Male nie sehen, nie riechen, weil sie kaum aus dem Flieger sich auf ein Schnellboot oder in die Air Taxi – Kuredu VIP lounge retten, die sie ins Resort bringen.
White Sands Resort, Sun Island Resort, Palm Tree Resort, jedes auf Korallen gebaut, unerreichbar und unbezahlbar für Einheimische. In der Zeitung von gestern ist zu lesen, Seine Exzellenz Präsident Maumoon Abdul Ga- yoom, politisches undreligiöses Oberhaupt aller Malediver, habe eine Thunfischdosenfabrik eröffnet und vor Rührung geweint, als ihn die Arbeiterinnen mit Gesang beehrten, Seine Exzellenz. – Ja, sagt der Taxifahrer, es gibt hier einen Hund, den jederkennt. Er lächelt und erschrickt, zwängt sein Auto durch Gassen, die wenig breiter sind als der Wagen, die Häuser hier haben keine Nummern, nur Namen. (so wie in Venedig, da gibt es auch keine Hausnummern)
Das Haus, in dem Mariyam Manike lebt, heißt Asia, ein Schlafzimmer, eine Küche, Wellblech und nackter Beton, es liegt am Shariu Wardee, rosaroter Weg, nicht zu finden für einen, der noch nie in Male war. Barfuß sitzt die Frau an ihrer Nähmaschine, ein grünes Tuch um den Kopf, weiße Rüschen an den Ärmeln der Jacke, sie sitzt und redet und weiß nicht, wohin mit ihren Händen. Evan Naseem war ihr zweiter Sohn, ein guter Mensch, drogensüchtig, gestorben am 19. September 2003, Mittwoch.
Wieder hatten sie Evan mit Drogen erwischt, wieder auf die Gefängnisinsel Maafushi verdammt, südlich von Male. Es gab Streit unter den Männern, ein Zellenblock warf Steine auf den anderen, C3 gegen C5, Evan nahm nicht teil. Dann holten ihn die Wärter, als sie Ruhe befahlen, aus der Zelle. Ich war nicht dabei, sagte Evan. Komm raus, rief der Wärter. Fass mich nicht an, schrie Evan und griff sich ein Stück Holz. Sie kamen zu zehnt, banden ihn im Freien an eine Stange, die Hände über dem Kopf, sie schlugen mit Fäusten, mit Schuhen und Stöcken, Evan verlor das Bewusstsein, als er keine Antwort mehr gab, ließen sie ihn liegen im weißen Sand, schafften die Leiche am Morgen des 20. September 2003 in die Hauptstadt Male, Indira Gandhi Memorial Hospital. Bruch der siebten Rippe rechts, Lungenkollaps, 19-jährig.
Präsident Gaymoon, seit 29 Jahren im Amt, dienstältester Staatschef Asiens, einst Freund von Saddam Hussein, hält sich 5000 Polizisten, Soldaten, Schläger, einen auf 60 Bürger. Seine Sicherheit ist ihm, gemäß Staatsbudget 2007, 1146 Millionen Rufiyaa wert, 90 Millionen amerikanische Dollar; die Pflege seines Palasts, eine weiße weite Villa mit Schießscharten und Erkern, 11,6 Millionen Dollar; die Justiz 7,3 Millionen. – Mariyam Manike weiß nicht wohin mit ihren Händen. Am Morgen des 20. September, vor viereinhalb Jahren, sieben Uhr, klopfte jemand an meine Tür, ein Gefängniswärter. Ich müsse seinen Chef anrufen, den obersten Wärter aller Wärter. Dein Sohn ist tot, sagte der Wärter aller Wärter. Sie führten die Mutter zur Leiche des Sohnes, Mariyam Manike sah nur sein Gesicht, sie wusste, sie hatten ihn getötet, und riss das Tuch weg, das ihn umhüllte. Blaue Flecken, Wunden, Blut. Jemand sagte: Die Leiche muss, wie Gott es befiehlt, sofort ins Grab. Nicht bevor man sie fotografiert hat, schrie Mariyam, nicht bevor die Welt sie gesehen hat. Sie brachten Evan Naseem auf den Friedhof neben der Abfallsammelstelle, Hunderte waren dort viele begannen, als die Leiche in die Erde glitt zu murren und zu lärmen. Schreiend zogen sie später durch die Stadt Male und wurden immer mehr, Tausende, sie legten Feuer zündeten Polizeistationen an, das Gerichtsgebäude und das alte Parlament, und im Gefängnis von Maafushi erhoben sich Gefangene, die Wärter schossen, töteten drei, verletzten 17.
Aber Maumoon Abdul Ga-yoom lobte in eine Kamera: Es blieb uns, um unser Volk vor Kriminellen zu schützen, keine andere Wahl. Er befahl ein Ausgangsverbot, rief, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes, den Notstand aus, setzte die Verfassung außer Kraft. Der Präsident der Republik Malediven führt auch die Polizei, die Armee, die Küstenwache, die Feuerwehr und die Justiz, er hat seine eigene Insel und ist beteiligt an Ferienresorts, seine Minister sind Freunde oder Verwandte, beteiligt an Ferienresorts, dem einzigen Reichtum des Landes.
Im Schein ihrer schwachen Lampe sagt Mariyam Manike: Ich bin nicht mehr dieselbe. Zitternd öffnet sie einen Sack aus Plastik, darin die Fotos des Gefolterten, sie legt sie neben die Nähmaschine, schaut und schweigt. Aus seinen Ohren rieselte weißer Sand, sagt sie.
Präsident Gaymoon berief schnell eine Kommission zur Untersuchung der Ereignisse. Fünf Tage nach dem Aufruhr, am 25. September 2003, bestimmte ihn das Parlament, das er zum Teil selber beschickt, einstimmig zum einzigen Präsidentschaftskandidaten, und zwei Monate später mit 90,3 Prozent der Wählenden gewählt, trat er sein Amt zum sechsten Mal an. Den Bericht der Untersuchungskommission ließ er zensurieren, Evans Mörder, der Ruhe zuliebe, verhaften. Mariyam sagt: mich tröstet, dass nach Evans Tod auch der Staat nicht mehr derselbe ist. Die Nacht ist tief und laut, Motorräder kreischen, Kinder schreien, Mariyam Manike legt die Fotos in den Sack zurück. Im Tea House an der Hauptstraße der Stadt, Majeedi Magu, Männer auf Stühlen aus billigem Plastik reden und lachen.
Propeller rühren die dicke Luft, unter der Decke hängt die gelbe Fahne der MDP, der größten Oppositionspartei (Maldivian Democratic Party)
An der Wand klebt das Bild eines Toten, der in hellem klarem Wasser liegt, daneben die Kopie seines Totenscheins, Todesursache: Not known. Einmal traf sie einen Mann mit langem schwarzem Haar, gefangen wie sie, zitternd vor Angst, er heiße IC sagte er und fürchte zu sterben.
Am 11. Oktober 2004 schickte die Polizei Mariyam Manike wortlos nach Hause. Manchmal geht sie durch die Straßen der Stadt, und manchmal sieht sie einen Mann, der ihr Angst macht, ohne Grund. Dann denkt sie, vielleicht ist das Sankar der mich folterte. Sie kennt nur seinen Namen aber nicht sein Gesicht.

Dienstag, auf den Straßen von Male.
Vom Minarett mahnt ein Sänger zum Gebet, sieht aus wie Harry Potter im Schaufenster. 42 Prozent der Malediver, sagt Mohamed Nasheed, genannt Anni, Sekretär der Maldivian Democratic Party, leben von weniger als 1,17 US-Dollar am Tag.
Unruhig sitzt er an einem langen breiten Tisch, Stellwände im Rücken, darauf das Zeichen der MDP, zwei Waagschalen, beide auf gleicher Höhe.
Vor drei Wochen erst ist Anni aus Sri Lanka zurückgekehrt, geheilt vom Rippenbruch, den ihm Gaymoons Schläger beigebracht hatten.
Das Problem der Regierung, sagt Anni, besteht darin, dass nach der Ermordung von Evan Naseem nichts mehr ist wie einst. Das Volk hat sich erhoben. Die Europäische Union verlangt Reformen. Vor drei Jahren konnte Gaymoon nicht mehr anders, als politische Parteien zu erlauben. Es geht ihm nicht gut derzeit, Seiner Exzellenz.
Anni, 40 Jahre alt, ausgebildet in England kann die Anklagen nicht aufzählen die der Staat gegen ihn bereits erhob, er muss lachen, 13-mal war Anni schon im Gefängnis, insgesamt fünf Jahre lang, 18 Monate Einzelhaft wegen Landesverrat, Terrorismus, Diebstahl, Widerstand, Zusammenrottung, Ehebruch, Homosexualität, Anni muss lachen.
In der Zeitung steht, die Regierung habe vor, ihr Nasandhura Palace Hotel, teuerstes Haus am Platz zu ersetzen, durch einen Fünfsterne-Neubau.
Irgendwo gelesen: Ein Drittel der Jungen auf den Malediven nimmt Drogen, Brown Sugar, vier Fünftel der Gefangenen in Maafushi, insgesamt 2000 sitzen ein weil sie Drogen nahmen, ein Drittel lebenslänglich. Hier geht die Rede, die Regierung unternehme deshalb so wenig gegen die Unhaltbarkeit weil ihr die Zersetzung der Jugend die ihr gefährlich werde, willkommen sei. Wahr ist dass Polizisten um danach loszuprügeln, Drogenkranke dafür bezahlen, dass die sich zwischen Demonstranten schleichen und Steine werfen gegen die Obrigkeit.
Sie schreien vorbei am Gesundheitsministerium, dem Finanzministerium, der Generalstaatsanwaltschaft vorbei an der Abfallsammelstelle am Hafen wo vor Monaten eine Leiche trieb, vorbei am Kraftwerk mit den sieben Kaminen an der hohen metallenen Säule, Erinnerung an den Tsunami von 2004, 108 Tote, 2500 zerstörte Häuser. Wolken ziehen auf…
Mittwoch, am Ostrand von Male steht Mohamed Nasheed genannt Anni, von der Maldivian Democratic Party auf einer Bühne und redet sich heiser.
Zwei Musiker spielen The sound of silence und Sultans of swing.
Seit drei Jahren verkraftet Präsident Maumoon Abdul Gayoom fünf Parteien, die eigene, DRP, die alles bestimmt, die demokratische MDP deren Mitglieder er ab und zu durch die Straßen jagt und einsperrt, die islamische AP, MSDP und IDP, beide klein und nebensächlich. Freie Wahlen, seit 1965 aus dem britischen Protektorat ein unabhängiger Staat wurde, gab es auf den Malediven noch nie.
Am liebsten würdest du ihn wegputzen? – Nein, antwortet Abdullah Rasheed, den alle IC nennen, ich will nicht die Revolution, ich will, dass die Leute hier ihre Rechte wahrnehmen, ich will Wahlen, ich will ein Parlament das das Volk vertritt und nicht den Präsidenten. Der Präsident ist mir egal.
IC, 39, langes wildes Haar, die Sonnenbrille in der Frisur, sitzt im Speisesaal des einzigen Hotels auf Gan, der ehemalige Offiziersmesse der Briten, hier arbeitete einst sein Vater, Waiter Number One. In der Hotelhalle läuft der Fernseher, Maumoon Abdul Gaymoon, die Hände verschränkt als wollte er beten sitzt kurzärmlig vor der Fahne seines Reichs, feine Brille, dicke Uhr, in der Brusttasche ein Kugelschreiber, und redet die zweite seiner allmonatlichen Reden, Voice of Maldives und Television Maldives übertragen.
Donnerstag, heute ist zu lesen, nach der jüngsten Gefängnisrevolte vor drei Wochen habe Seine Exzellenzder Präsident das Kabinett neu bestellt.
Seinen Innenminister durch den Hungerstreik der Gefangenen unhaltbar geworden, habe er zum Minister für Atollentwicklung bestimmt. Den bisherigen Atollentwicklungsminister zum Jugend- und Sportminister, den bisherigen Jugend- und Sportminister zum Minister für Fischerei und Landwirtschaft, den bisherigen Fischerei- und Landwirtschaftsminister zum neuen Innenminister bestellt. In der Zeitung steht, die Menschen auf der Insel Hanimadhu seien bereit die Bevölkerung der Insel Hathifushi aufzunehmen, 27 Menschen deren Häuser jüngst überflutet wurden.
Freitag, im Propellerflugzeug nach Gan aufs Addu Atoll.
Hochglanz liegt auf, The wonderful Maldivian climate at full sailing, diving, surfing, relaxing. Addu liegt am Ende des Staates jenseits des Äquators.
Polizisten empfangen am Flughafen, einer ehemaligen Piste der britischen Royal Air Force die das Land 1976 verließ. Addu ist eine Hochburg der Maldivian Democratic Party MDP, das Sorgenatoll des Präsidenten.
Samstag, im Addu Atoll, Hussein Salah (30) war Sandtaucher.
Am 7. April 2007 nahm er Anni auf seinem Motorrad mit, den Sekretär der Demokraten der ihm einst als beide zusammen im Gefängnis von Maafushi waren, von seinem Shampoo geschenkt hatte.
Stunden später erhielt Anni eine SMS: Einer von euch muss sterben.
Sie holten Hussein am Abend des 9. April 2007, brachten ihn auf ein Boot, die Reise in die Hauptstadt dauerte drei Tage. Als er in Male war rief er uns kurz an und sagte, er sei bei den Polizisten, alles Gute und bis bald, erzählt sein Bruder Ibrahim.
Das war am 12. April - Nachmittags um halb zwei…
Am Morgen des 15. April entdeckten Seeleute eine Leiche am Südrand der Stadt, sie trieb im Wasser, aufgeschwemmt, ihre Arme seltsam verschränkt. Polizisten zogen sie aus dem Meer. Sie schafften sie ins Indira Gandhi Memorial Hospital, ein Arzt besah sich die Leiche, das Gesicht war geschwollen und blutverschmiert denn das Nasenbein war gebrochen und unzählige Zähne fehlten, sie schrieben: Todesursache: Not known.
Um 10.10 Uhr rief uns die Polizei an, man habe einen Toten hier, vielleicht Ihr Sohn Hussein Salah den wir vor zwei Tagen entlassen haben. Die Mutter dreht das Gesicht zur Wand, der Vater schweigt und kratzt sich ständig das Gesicht.
Husseins ältester Bruder, Ibrahim Zareer flog noch am gleichen Tag nach Male, Hussein lag in der Leichenhalle von Galholu, ungekühlt und aufgebläht, die Leiche stank.
Dein Bruder muss, wie Gott es will, sofort ins Grab.
Nicht bevor er untersucht worden ist, sagte ich, ich will eine Obduktion.
Menschen versammelten sich vor der Leichenhalle, Dutzende, Hunderte, Polizisten kamen gerannt, die Star Force, Gaymoons liebste Truppe, junge Schläger in blauen Uniformen, bestückt mit Vollvisierhelmen,
Nackenschutz, Brustschoner, Armschoner, Hodenschoner,
Knie/Schienbeinschoner und natürlich mit Schlagstöcken.
Und das Fernsehen der Republik berichtete, Hussein Salah sei von der Polizei vor zwei Tagen aus der Haft entlassen worden, auf jeden Fall vor seinem Tod.
Die Obduktion geschah weil auf den Malediven nicht möglich in Colombo, Sri Lanka.
Am selben Tag wurde im staatlichen Fernsehen verkündet, Hussein sei ertrunken und Hussein sei unverletzt gewesen, keine Zähne hätten gefehlt und die kleinen Wunden die er hatte, kämen daher dass Fische an ihm genagt hätten, therefore death due to physical violence is excluded - deshalb ist der Tod durch physische Gewalt auszuschließen. Plötzlich streckt sich der Vater in seinem Stuhl. Mein Name ist Hassan Zareer, ich bin ein alter Mann und ich kenne das Leben und die Menschen. Der Arzt in Colombo, der die Leiche untersuchte ist auch ein alter Mann wie ich. Zwei Regierungen, die maledivische und die srilankische redeten auf ihn ein, zwei Regierungen wünschten ein Ergebnis in ihrem Sinne.
Im Friedhof von Male wo Evan Naseem liegt, waren bzw. sind Kameras versteckt, aber die Familie des Toten war zur Beerdigung nicht zugelassen. Die Maledivische Polizei legte den abgeschlossenen Fall zu den anderen Akten.

Im September 2003 gingen tausende Menschen in der Hauptstadt Malé auf die Straße, um in friedlicher Weise gegen die Tötung von vier Häftlingen durch Gefängnisbeamte zu protestieren und ein Ende der Menschenrechtsverletzungen und der politischen Repression auf den Malediven zu verlangen.
In seinen Reden im Anschluss an die Proteste bezeichnete Staatspräsident Gayoom die Forderung nach einer Untersuchung der Todesfälle als legitim und versprach Reform von Politik und Justiz. Dazu sollte eine Reform des Strafrechtssystems und der Verfassung gehören, um die politischen Rahmenbedingungen und die Menschenrechtslage zu verbessern. Es wurden erste Schritte unternommen, z.B. die Bildung einer Menschenrechtskommission und Erleichterungen bei der Registrierung politischer Parteien. Dennoch gehen die Behörden nach wie vor unnachgiebig gegen Personen vor, die ihr Recht auf friedliche politische Aktivitäten wahrnehmen wollen.
Elf Monate nach Evans Tod am 12. August 2004, versammelten wir uns auf dem großen Platz vor dem Polizeihauptquartier. Wir versammelten uns weil fünf Männer verhaftet worden waren, Reformisten. Es wurde Nacht, und immer mehr Menschen kamen auf den Platz, zum Schluss waren es sicher an die 10.000 Menschen.
Die Polizei fuhr in Schützenpanzern vor und jagte uns durch die Stadt.
Ich schrie: Ihr habt meinen Sohn ermordet, Evan Naseem, er war mein Sohn. Irgendwann, als es hell wurde ging ich nach Hause und war mehr oder weniger glücklich. Mariyam Manike war kaum eingeschlafen als die Polizei die Tür eintrat, fünf Uhr morgens. Sie legten ihr Handschellen an, verbanden die Augen, einer begann sie zu schlagen auf Kopf und Rücken. Du also bist Evans Mutter. Die Handschellen, die du trägst trug auch er, der Tod der ihn holte, holt jetzt auch dich. Einer holte mit dem Schlagstock aus und schlug Mariyam zwischen die Schenkel und lachte, Blut floss über Mariyams Beine und Füße. Sie schafften Mariyam Manike nach Dhoonidhoo, auf die berüchtigte Verhörinsel im Norden nicht weit vom Flughafen wo die Touristen ankommen. Mit Ketten an den Füßen durfte sie ins Freie um ihre Wäsche zu waschen, sie sah die Mörder ihres Sohnes, Männer ohne Fesseln, sie spielten Karten laut und lustig, einer sagte: Dein Sohn, als er noch lebte, pflegte auf den Koran zu pissen.
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Die Journalistin Jennifer Latheef hatte sich an den Demonstrationen 2003 beteiligt.
Sie wurde 2003 und 2004 wiederholt für mehrere Wochen ohne Anklage inhaftiert und in der Haft misshandelt. Ein Gerichtsverfahren begann Ende 2004 und endete im Juli 2005 ohne Verkündigung eines Urteiles.
Die Angeklagte erhielt mehrere Vorladungen zur Urteilsverkündung vor Gericht zu erscheinen – aber die Termine wurden jedes Mal verschoben.
Bei der letzten Vorladung musste Frau Latheef aufgrund einer Erkrankung absagen. Die Polizei bestand jedoch darauf sie mitzunehmen und sie musste aufgrund akuter Gesundheitsprobleme am 17. Oktober in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Einen Tag später wurde sie gezwungen vor Gericht zu erscheinen und vernahm ihr Urteil: Aufgrund der Beteiligung an der Demonstration 2003 wurde sie wegen “Terrorismus” zu 10 Jahren Haft verurteilt. Sie wurde unmittelbar nach der Verkündung mit einem Schnellboot an einen unbekannten Ort gebracht. Man muss leider auch dazu sagen das Sie sich freiwillig der Maledivischen Demokratischen Partei angeschlossen hat…
Anbei der Bericht bzw. der Link des Gefangenenhaus auf Maafushi (nichts für Kinder oder schwache Nerven)
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Einen hab ich noch auf Lager:
Viele werden sich wundern wo eigentlich der produzierte Müll der einzelnen Resorts entsorgt wird. Dafür gibt es eigentlich nur 2 Möglichkeiten. Die meistgenutze Variante der Müllentsorgung heißt: ab in den Ozean. Die 2 Möglichkeit heißt Thilafushi – Thilafushi ist eine künstlich erschaffene Insel die den ganzen Müll auffangen sollte. Ich erspare euch lange Texte und lasse die Bilder die Robert für eine ARD-Reportage gemacht hat, für sich sprechen.
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Im Indischen Ozean beginnt ein neuer Tag, es ist wie immer sehr heiß und feucht.
In diesem Sinne, einen schönen Urlaub im Paradies.
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© Kurt Jantz




